In der Psychologie ist es längst bekannt, dass Glaubenssätze einen großen Einfluss auf unsere Gefühle und Gedanken ausüben. Negative Glaubenssätze limitieren uns. Positive Glaubenssätze beflügeln uns.

Nach meiner Ansicht sind Glaubenssätze viel mehr als nur Einflussfaktoren auf unser Fühlen, Denken und Handeln.

Glaubenssätze bilden die Basis unserer Identifikation.

 

Bereits vor der Geburt macht der Fötus im Mutterleib Erfahrungen, die ihn prägen.

Das setzt sich über seinen gesamten Lebenszyklus fort. Jede Erfahrung wird im Unterbewusstsein abgespeichert und bildet einen Anteil, aus denen sich der Mensch dann „zusammensetzt“. Wenn die Mutter Zeit für sich und ihr Ungeborenes hatte, selbst im Gleichgewicht war und sonst auch alles gut gelaufen ist, haben sich verschiedenen Anteile gebildet, die das Wohlbefinden stärken, z.B. Urvertrauen, eine gute Bindung zur Mutter, Gelassenheit, etc. Jeder dieser Anteile hat auch einen Glaubenssatz ausgebildet, z.B. Urvertrauen: „Die Welt ist sicher und ich fühle mich geborgen.“, eine gute Bindung zur Mutter: „Ich werde geliebt“, Gelassenheit: „Ich bin entspannt und es geht mir gut.“, etc.

Hat das Ungeborene bereits im Mutterleib unangenehme Erfahrungen gemacht, können sich entsprechend negative Glaubenssätze ausbilden, wie z.B. Angst: „Ich bin hier nicht sicher. Ich muss aufpassen.“, keine gute Bindung zur Mutter: „Ich muss für mich sorgen, denn sonst gibt es niemanden, der es für mich tun kann.“, Stress: „Das Leben ist anstrengend, und ich kann mir nicht erlauben zur Ruhe zu kommen.“, etc.

 

Nach der Geburt können Glaubenssätze sich verändern, wobei die negativen Varianten häufiger entstehen als die positiven.

So kann bis zur Geburt alles gut verlaufen sein, aber kurz nach der Geburt tritt ein sehr einschneidendes Ereignis ein, wie z.B. eine Trennung der Eltern, durch die die Mutter depressiv wird. Das Baby hatte eine gute Bindung zur Mutter, doch nun ist die Mutter emotional nicht mehr wahrnehmbar. Das Urvertrauen gerät ins Wanken, und das Kind bildet einen neuen Anteil aus mit dem Glaubenssatz: „Meine Mutter ist emotional nicht mehr da, ich bin nicht mehr sicher. Ich muss nun für mich selbst sorgen.“

Dieses sind wahllose Beispiele mit wahllosen Glaubenssätzen. Jeder Mensch entwickelt für sich ganz individuelle Glaubenssätze.

Im Laufe seines Lebens bildet der Mensch bei jeder neuen Situation einen neuen Anteil mit einem neuen Glaubenssatz.

Das ist wichtig, weil nur so der Mensch in der Lage ist, Situationen schnell einschätzen zu können, um ggf. schnell angemessen agieren zu können. Das ist besonders wichtig, wenn Gefahr im Verzug ist. Alle Anteile die je entstanden sind, waren in der Situation, in der sie entstanden sind, immer richtig und wichtig. Es gibt keine sinnlosen oder unnützen Anteile. Und es gibt auch keine falschen Glaubenssätze.

Zu berücksichtigen ist jedoch, dass die Anteile mit ihren Glaubenssätzen genau in dem Alter stecken bleiben, in dem sie entstanden sind.

Sie bekommen nicht mit, dass der Mensch älter und erfahrener wird. Je heftiger der Auslöser für den Glaubenssatz ist, desto schwerer fällt es dem Anteil, zu sehen, dass sich die Situation vielleicht schon längst geändert hat.

Ein Beispiel: Zu der Zeit, in der ich geboren wurde, war es üblich, die Säuglinge dazu zu erziehen, dass sie nachts durchschlafen. Wenn ein Säugling also nachts weinte, ließ man ihn weinen, bis er wieder einschlief. Der Säugling lernte also, dass er weinen kann, soviel er will, sein Bedürfnis nach Nahrung (oder Nähe) wird nicht gestillt. Er bildet einen Anteil aus, der Mangel kennt. Der Glaubenssatz könnte heißen: „Da ich niemals weiß, ob und wann ich wieder etwas zu essen bekomme, muss ich jede Gelegenheit nutzen, so viel zu essen, wie es nur geht.“ Dieser Glaubenssatz könnte sich noch ausweiten zu: „Ich weiß nie, ob und wann ich überhaupt etwas bekomme, das ich brauche, also kaufe ich alles, was ich brauche, sobald ich die Möglichkeit dazu habe. Gut ist es auch noch einen Vorrat anzulegen.“

Ein Mensch, der als Säugling eine solche Mangelerfahrung gemacht hat, kann dazu neigen, unnötige Dinge zu kaufen oder Nahrung zu horten. Er kann das Gefühl haben, dass er auch mit 1 Mio. Euro auf der Bank nicht genug Geld hat. Er kann das Gefühl entwickelt haben, nie genug zu bekommen, egal wovon, das sprichwörtliche Fass ohne Boden.

Unser komplettes Leben, unsere Lebenseinstellung, unsere Sichtweise der Dinge, unsere Wahrnehmung von Situationen und Menschen basieren auf unseren Glaubenssätzen. Eine Situation ist grundsätzlich neutral. Lediglich unsere bisherigen Erfahrungen und daraus resultierenden Glaubenssätze lassen denselben Hund, der friedlich vor dem Einkaufsladen sitzt, als besten Freund der Kindheit oder potenzielle beißende Gefahr erscheinen.

Oft behindern oder blockieren uns diese alten überholten Glaubenssätze in unserer jetzigen Lebensphase.

„Ich bin nicht gut genug“ könnte z.B. verhindern, dass wir uns in die Selbstständigkeit trauen, obwohl wir die besten Voraussetzungen haben. Daher ist der Wunsch groß und es auch durchaus sinnvoll, sich von den alten Glaubenssätzen zu lösen.

Aus meiner Praxis weiß ich, dass jedoch Techniken wie Affirmationen, regelmäßige Übungen, Gedankenhygiene oder ähnliches nur mäßigen bis keinen Erfolg haben. Woran liegt das?

Diese Techniken behandeln nur das Symptom und nicht die Ursache.

Solange noch immer der Anteil, mit seinem Glaubenssatz in der Vergangenheit feststeckt und nicht merkt, dass der erwachsene Mensch einer der reichsten Menschen der Erde ist, wird er versuchen, seinen Mangel zu stillen. Eine Affirmation wie z.B. „Ich bin sicher und habe alles, was ich brauche.“ wird effektlos verpuffen, weil nur der Kopf die Affirmation ausspricht. Der Anteil, der den Glaubenssatz gebildet hat, bekommt davon nichts mit, auch dann nicht, wenn der Satz mehrfach am Tag mit weiteren Ritualen, Mantren oder anderen Routinen wiederholt wird.

Der Spruch „Fake it till you make it.“ ist daher in den meisten Fällen wirkungslos.

 

Wer seine Glaubenssätze dauerhaft transformieren will, muss in die Tiefe gehen.

Wenn Du den Anteil findest, der für den Glaubenssatz zuständig ist, kannst Du ihm helfen zu erkennen, dass er völlig berechtigt entstanden ist, aber nun nicht mehr zielführend oder gar hinderlich ist.

Dabei geht es nicht darum, alte Geschichten wieder zu durchleben und aufzuarbeiten.

Viel hilfreicher ist es, eine abstrakte Form der Arbeit mit dem Unterbewussten zu wählen. Das hat gleich zwei Vorteile. Es muss kein Trauma wieder angesehen werden, und der Kopf, der uns gern viele Dinge vorgaukelt oder uns von dem Kern der Sache ablenken will, hat keine Möglichkeit dazu. Die abstrakte Technik entzieht sich allen Gedankenkonstrukten und taucht auf eine Ebene in unserem Unter-/Bewusstsein ab, in der Gedanken keine Relevanz haben und damit ihre Macht verlieren.

Die abstrakte Arbeit

Der Körper ist das Sprachrohr des Unterbewusstseins, des höheren Selbst, der Seele oder einfach dessen, was wir nicht greifen können. Alles, was wir an Erfahrungen jemals abgespeichert haben, kann er zum Ausdruck bringen. Jeder Schmerz und jede Unpässlichkeit wie Enge, Druck oder Übelkeit weisen auf einen Anteil hin, der aufgrund seines Glaubenssatzes nicht im Frieden ist.

Ich habe eine Technik entwickelt, mit der Du in einer leichten Trance Kontakt mit Deinem Körper aufnehmen kannst. Natürlich kannst Du diese Trance jederzeit unterbrechen. Du unternimmst mit mir eine Körperreise und spürst den oder die Bereiche auf, der gerade Deine Aufmerksamkeit braucht. Ich arbeite dabei bewusst mit Farben und Formen, auf die sich Dein Körper einlassen, Dein Kopf mit seinen Gedanken und Interpretationen jedoch nichts anfangen kann.

Jede Körperreise ist einzigartig und sehr individuell. Wir lassen uns von Deinem Körper führen. Er spricht eine eindeutige, unmissverständliche Sprache, die keinen Spielraum für Interpretationen lässt. Mit achtsamen Fragen und Fantasiebildern entlocken wir ihm nach und nach die Ursache(n) für Deinen Glaubenssatz. In der Regel schafft es Dein Körper und Unterbewusstsein allein, den alten Glaubenssatz aufzulösen, sodass sich ebenso selbstständig ein neuer Glaubenssatz einstellen kann.

Wenn sich Dein Kopf nicht vorstellen kann, wie das gehen soll, lass Deinen Körper es herausfinden.

Ruf mich an und vereinbare eine kostenfreie Telefon-Sitzung von 20 Minuten.

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